Regensburg, 29.08.2017

Nachdem auf CSU-Vorschlag Altbundeskanzler Helmut Kohl auf der Vorschlagsliste für die Benennung neuer Straßen aufgenommen wurde, hat die SPD-Stadtratsfraktion einen entsprechenden Vorschlag auch für dessen Vorgänger Helmut Schmidt bei der Verwaltung eingereicht.

In einem Schreiben an Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat der Fraktionsvorsitzende Klaus Rappert vorgeschlagen, den 2015 verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt in die Liste der Vorschläge für Straßennamen in Regensburg aufzunehmen und bei passender Gelegenheit eine Straße nach ihm zu benennen.

Dr. Klaus Rappert

Dr. Klaus Rappert
Fraktionsvorsitzender

Zur Begründung erinnert die Fraktion daran, dass Helmut Schmidt, am 23. Dezember 1918 in Hamburg geboren und am 10. November 2015 ebenda verstorben, von 1974 bis 1982 als Regierungschef einer sozialliberalen Koalition nach dem Rücktritt Willy Brandts der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland war. Seit 1961 war Schmidt Senator der Polizeibehörde in Hamburg. In dieser Funktion wurde er während der Sturmflut 1962 als Krisenmanager weit über Hamburg hinaus bekannt und geschätzt. Von 1967 bis 1969 war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1969 bis 1972 Bundesminister der Verteidigung und 1972 bis 1974 Bundesminister der Finanzen.

In seiner Zeit als Bundeskanzler bewältigte er den Höhepunkt des linksextremistischen Terrors im „Deutschen Herbst“ 1977. Durch den kritischen Dialog mit dem Ostblock sowie die Kooperation mit den westlichen Verbündeten förderte er die weitere Annäherung der deutschen Staaten und brachte insbesondere die europäische Einigung voran. Nach seiner Kanzlerschaft erlangte Helmut Schmidt als „Elder Statesman“ parteiübergreifend hohe Popularität. Von 1983 bis zu seinem Tod war er Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit.

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer antwortete bereits, das Stadtplanungsamt werde den Vorschlag in die Vorschlagsliste für einen neuen Straßennamen aufnehmen. Sobald eine geeignete Straße zur Benennung anstünden, würden sich die zuständigen Gremien damit befassen.

Ferner hat die SPD-Fraktion darum gebeten, den bereits seit etwa 15 Jahren vorliegenden Vorschlag, eine Straße nach dem Bundeskanzler a.D. und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt zu benennen, alsbald in angemessener Weise umzusetzen. Brandts Tod jährt sich am 08.10.2017 zum fünfundzwanzigsten Mal.

SPD-Fraktionschef Rappert kann sich gut vorstellen, die aufeinander folgenden Bundeskanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl bei passender Gelegenheit zugleich zu ehren. „Alle drei Kanzler verdienen, dass eine angemessene Straße nach ihnen benannt wird. Das kann, wenn mehrere solcher Straßen zur Benennung anstehen, auch für alle drei gleichzeitig geschehen und würde ihrer historischen Bedeutung gerecht“, so Rappert.