Regensburg, 28.12.2018

 

Foto v.l.n.r.: Frau Dr. Mader und Herr Stadler von IN VIA sowie die SPD-Stadträte Ernst Zierer, Evelyn Kolbe-Stockert, Dagmar Kick, Dr. Klaus Rappert und Dr. Tobias Hammerl

Kurz vor den Weihnachten besuchten wir, eine Gruppe SPD-Stadträte, die Bahnhofsmission in Regensburg, um uns über die Arbeit dort zu informieren und danach mit dem Streetworker Ben Peter einen kleinen Rundgang  zu machen, um auch seine Arbeit näher kennenzulernen.

Die Bahnhofsmission in Regensburg ist ökumenisch getragen von der katholischen und evangelischen Kirche. Für die katholische Kirche ist IN VIA, der katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Diözese, der Ansprechpartner, und für die evangelische Kirche zeigt sich die Diakonie Regensburg verantwortlich.

Wir Stadträte wurden von Herrn Stadler und Frau Dr. Mader (beide von IN VIA) sehr herzlich empfangen und bekamen auf unsere vielen Fragen bereitwillig und kompetent Antwort. Das niederschwellige Angebot der Bahnhofsmission wird, so erzählten sie, u.a. von Flüchtlingen, Obdachlosen oder Reisenden in Not genutzt. Kurz gesagt, von allen Menschen im und um den Bahnhof, die um Hilfe nachfragen. Geöffnet ist nahezu rund um die Uhr und dafür ist viel ehrenamtliche Mitarbeit nötig. „Aktuell engagieren sich 20 Ehrenamtliche in der Bahnhofsmission, es wäre aber Bedarf nach mehr“, erklärt Frau Dr. Mader und Herr Stadler erzählt, dass es 2018 mehr als 15 000 Besuchskontakte gab. Manche Besucher kamen regelmäßig, andere nur einmal. Auch die Bahnhofspolizei vermittle immer wieder mal einen Kontakt, wobei die Zusammenarbeit  sehr gut klappe. Auch Streetworker Ben Peter und seinen Kollegen kennt man gut, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass dieser herzlich begrüßt wird, als er uns zum Rundgang abholt.

Mit den besten Wünschen und herzlichem Dank für die tolle Arbeit, die hier geleistet wird, verabschiedeten wir uns von der Bahnhofsmission und steuerten unsere erste Station des Rundganges an, die Haupthalle im Bahnhof. „Hier waren früher viele meiner Klienten zu finden“, erzählt Ben Peter,  „vor allem dann, wenn es draußen kälter geworden ist. Jetzt mit dem Alkoholverbot auf dem Bahnhofsgelände müssen sie sich einen anderen Platz suchen“.

Über das „Für und Wider“ dieser Maßnahme wird in der Folge heftig diskutiert. Herr Peter sieht hier eine klare Benachteiligung seines „Klientels“. Sehr begrüßt wird von ihm z.B. aber, dass es in Regensburg jetzt das Kälteschutzhaus gibt, welches sehr gut angenommen wird.

„Unter Tags halten sich viele meiner Klienten in und um die Albertstraße auf, wobei es verschiedene Gruppen gibt, die sich deutlich getrennt an unterschiedlichen Standorten treffen. Hier versuche er, Kontakt herzustellen, hilfreiche Infos oder wenn nötig etwas zu Essen oder eine Decke weiterzugeben, erzählt er uns beim Weitergehen.

Wir bewundern seine Kenntnis und die Empathie, die er für sein „Klientel“ zeigt, aber auch, dass er es zu schaffen scheint, die nötige Distanz zu halten.

Es wird vereinbart, dass wir im Gespräch bleiben, insbesondere wenn sich im Laufe der nächsten Zeit wegen der geplanten Umbauaktionen vor dem Bahnhof neue Fragen stellen.

Auch hier verabschieden wir uns mit einem herzlichen Dank-Schön  für ihre Arbeit von Herrn Ben Peter und seinem zwischenzeitlich dazugekommen Praktikanten.

Fraktion vor Ort: Besuch in der Bahnhofsmission und Spaziergang mit dem Streetworker Ben Peter – Bericht von Stadträtin Evelyn Kolbe-Stockert